Friesen-
und Kapitänshaus

Wer sein Eigenheim oder neues Ferienhaus plant, hat die Wahl aus ganz verschiedenen Bauformen, die alle ihre Vorzüge haben. Im Norden Deutschlands haben sich vor allem Friesenhäuser durchgesetzt. Wir verraten, warum es sich auch in Sachen Klima lohnen kann, ein Friesenhaus zu kaufen und wie sich die Gestaltung vom regionalen Landhaus unterscheidet.

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Friesenhaus bauen und Tradition erleben

Friesenhäuser sind im Norden Deutschlands, in Niedersachsen aber mittlerweile auch Mecklenburg-Vorpommern, ein gewohnter Anblick. Das war nicht immer so. Die eigentlich Uthlandfriesisches Haus genannte Bauform setzte sich in Norddeutschland, vor allem in den nordfriesischen Uthlanden, auf den Halligen und in den Marschen erst im 17. Jahrhundert durch.

Sicher durch jeden Sturm

Der ursprüngliche Bau bestand innen aus einem robusten Holzgerüst und außen aus rotem Ziegelstein, der oft weiß gekalkt war. Dieser Baustil ergab sich aus den schweren Stürmen in Küstennähe, die jederzeit das Mauerwerk beschädigen konnten. Auch das typische Reetdach war zwar dicht verlegt, aber konnte bei einem Sturm abgedeckt werden. In diesem Fall war die Innenstruktur des Hauses immer noch intakt und sicher bewohnbar.

Natürlicher Feuerschutz

Das ursprüngliche Friesenhaus, oft auch Kapitänshaus genannt, wurde mit den Eingängen zum windgeschützten Süden ausgerichtet. Eine weitere Besonderheit stellt der Friesenhaus Eingang dar. Zum einen befindet sich dieser in einer Nische, die durch das geteilte Dach auch bei Bränden einen sicheren Ausgang gewährleistet. Das war wichtig, da die Häuser Tiere und Menschen gleichermaßen beherbergten. Geriet die Stallung in Brand, konnten Menschen dennoch flüchten und die Stalltür von außen öffnen um die Tiere frei zu lassen.

Gastfreundlichkeit auf Distanz

Zum anderen war die Eingangstür traditionell zweigeteilt und wird auch als Klöntür bezeichnet, da man durch den oberen Teil mit den Nachbarn klönen, also reden kann, ohne dass Haustiere oder Ungeziefer durch den unteren Teil hinein gelangen, aber eben auch ohne die Nachbarn herein bitten zu müssen um den neuesten Tratsch zu erfahren. Das Friesenhaus ist damit ein echt traditionelles Stück Historie des Nordens.

Landhaus oder Friesenhaus bauen? Das sind die Unterschiede

Obwohl Friesenhäuser heute natürlich eine Art Landhaus abbilden, auch weil sich in Städten der mehrstöckige Bau, immer öfter mit Massivhaus-Modulen, durchgesetzt hat, ist es technisch gesehen kein solches. Landhäuser arbeiten auch mit Holz, aber häufig eher in Fachwerkform. Auch wenn die klassische Gestaltung des uthlandfriesischen Hauses mit weißer Fassade und weißen, grünen oder blauen Holzfensterrahmen kaum noch neu gebaut wird - es unterscheidet sich noch immer auch von außen vom Landhaus.

Langhaus statt Landhaus

Beide Häuserformen sind relativ klein, das Friesenhaus ist jedoch wie ein mittelalterliches Langhaus aufgebaut. Die traditionelle Aufteilung beim Friesenhaus bauen folgte dem Schema, vier Wohnräume in nahezu gleicher Größe auf einer Seite des Hauses anzulegen, Pesel, Döns, Küche und Kammer. Auf der anderen Seite der Vordiele schlossen sich die Stallungen an. Diese wurden es bei Landhäusern nie in das Haus integriert. Dadurch ergibt sich bei Landhäusern keine längliche Bauform, die bei Friesenhäusern heute meist komplett bewohnt wird.

Moderne Bauformen des Friesenhauses

Heute wird beim Bau von Friesenhäusern oft auf den inneren Holzbau verzichtet. Dafür wird das Ziegelmauerwerk innen zusätzlich gedämmt. Dieses leistet auch nach Jahrhunderten noch hervorragende Dienste, wenn es darum geht, das Haus zu klimatisieren. Friesenhäuser sind ganzjährig innen eher kühl. Früher wurde die eine Hälfte mit einem Kachelofen beheizt, der weniger Brennstoff auf kleiner Fläche benötigte. Doch auch mit einer modernen Heizung können Hausbesitzerinnen und -besitzer durch die gute Isolierung sparen. Klassischerweise verzichteten Friesenhäuser auf das Anlegen eines Kellers, dieser war in dem ähnlich gestalteten Geesthardenhaus als kleinere Kellerkammer vorhanden. Heute werden Keller oft angelegt und gut isoliert.

Klein und nachhaltig bauen

Der Trend geht eindeutig zum Bauen von Häusern, die genug Platz für eine kleine Familie bieten, sich jedoch günstig beheizen und betreiben lassen durch geringe Fläche und gute Isolierung. Das konnte das Friesenhaus bereits vor 400 Jahren gewährleisten. Es lohnt sich also, diese Bauform wiederzuentdecken und moderne Einfamilienhäuser im Stil des Friesenhauses oder der nordischen Landhäuser zu gestalten.

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