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Wie funktioniert ein Bausparvertrag und was sind die Vor- und Nachteile?
Wer sich den Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen möchte – sei es nun in Form eines neu gebauten Hauses, einer Bestandsimmobilie oder auch einer Eigentumswohnung – benötigt für dieses Vorhaben vor allen Dingen einen ausreichend hohen Eigenkapitalanteil. In vielen Fällen bedarf es darüber hinaus aber auch einer passenden Finanzierung, nicht zuletzt aufgrund der aktuell besonders hohen Kauf- bzw. Neubaukosten. Dementsprechend verwundert es nur wenig, dass mittlerweile immer mehr potentielle Bauherren nach sinnvollen Möglichkeiten suchen, um ihr Geld möglichst gewinnbringend anlegen zu können – und genau hier kommt der Bausparvertrag ins Spiel. Aber inwiefern lohnt sich diese Anlageart heutzutage eigentlich noch? Welche Vorteile bietet er? Und mit welchen potentiellen Nachteilen muss man beim Bausparen rechnen?
Der Bausparvertrag gilt bekanntlich schon seit Jahrzehnten als praktische und dementsprechend äußerst beliebte Möglichkeit, um das eigene Geld sicher und möglichst gewinnbringend anzulegen. Spätestens seit dem Zinsschock im Jahre 2022 sind die Bausparverträge wieder attraktiver, da sie eine beständige Absicherung gegen die potentiell steigenden Darlehenszinsen versprechen. Darüber hinaus eignen sich Bausparverträge aber auch zur Vorbereitung auf anstehende Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen, sowie mit Blick auf die Abschlussfinanzierung des Immobiliendarlehens. Doch bevor man sich für einen solchen Bausparvertrag entscheidet, gilt es im ersten Schritt zu verstehen, wie das Ganze genau funktioniert und welche potentiellen Vor- und Nachteile damit verbunden sind.
Wie funktioniert das Bausparen?

Bei einem Bausparvertrag handelt es sich einfach gesagt um ein zweckgebundenes Finanzprodukt, das sich grundsätzlich aus zwei Bestandteilen zusammensetzt: Der Spar- und der Darlehensphase. Bevor der Bausparvertrag zuteilungsreif ist, zahlt der Anleger im ersten Schritt jeden Monat eine zuvor festgelegte Summe ein – meist über einen Zeitraum von sieben bis zehn Jahren – bis der erforderliche Eigenkapitalanteil schlussendlich erreicht ist. Gut zu wissen: In der Regel liegt dieser Betrag bei etwa 40 bis 50 Prozent der gesamten Bausparsumme. Sobald ein ausreichend hoher Kapitalbetrag zur Verfügung steht, erfolgt im zweiten Schritt (und unter Berücksichtigung der Zuteilungsvoraussetzungen) die finale Zuteilung des Immobilien- beziehungsweise Bauspardarlehens durch die verantwortliche Bank. Im Anschluss daran zahlt der Kreditnehmer dann jeden Monat eine Darlehensrate an die Bausparkasse – die sich aus einem Zins- und einem Tilgungsanteil zusammensetzt und dazu dient, das Darlehen an das Kreditinstitut zurückzuzahlen.
Wofür können die Gelder aus einem Bausparvertrag verwendet werden?
Da es sich bei einem Bausparvertrag wie bereits erwähnt um ein zweckgebundenes Finanzprodukt handelt, können die Gelder dementsprechend auch nur für spezielle Vorhaben eingesetzt werden. Gut zu wissen: Falls seit dem Vertragsabschluss mindestens sieben Jahre vergangen sind, kann das Bausparguthaben frei verwendet werden. Wird hingegen das Bauspardarlehen in Anspruch genommen, müssen die Finanzmittel jedoch stets für wohnwirtschaftliche Vorhaben genutzt werden. Dazu zählen unter anderem:
Was sind die Vor- und Nachteile eines Bausparvertrages?
Bausparen kann sich durchaus lohnen, da man durch die monatlichen Sparraten nicht nur Eigenkapital zurücklegen, sondern außerdem auch das Recht auf ein potentiell sehr günstiges Bauspardarlehen erwerben kann. Darüber hinaus gibt es aber nicht nur einige weitere Vor-, sondern leider auch diverse Nachteile, die mit einem Bausparvertrag einhergehen:
Die Vorteile eines Bausparvertrages
- Sehr günstige Zinsen: Sofern man während eines Zinstiefs mit dem Bausparen beginnt, kann man sich diese günstigen Konditionen gleich über viele Jahre sichern, was das spätere Bauspardarlehen dementsprechend deutlich günstiger macht.
- Garantie und Sicherheit: Dank der Einlagensicherung wird das garantierte Sparguthaben vor eventuellen (Wert-)Verlusten geschützt.
- Flexible Raten: Während der Ansparphase können die Anleger selbst entscheiden, wie hoch die monatlichen Raten sein sollen. Zudem bieten die meisten Bausparkassen die Option, bei Bedarf zusätzliche Sondertilgungen leisten zu können, um noch schneller das Mindestguthaben zu erreichen.
- Staatliche Förderung: Bausparen wird staatlich gefördert, zum Beispiel in Form der sogenannten Arbeitnehmersparzulage, der Riester-Förderung und der Wohnungsbauprämie.
- Freie Verwendung: Sobald der Bausparvertrag nach sieben Jahren zuteilungsreif wird, kann das angesparte Guthaben bei Bedarf auch anderweitig verwendet werden. Achtung: Das gilt jedoch nicht für das Bauspardarlehen der Bank. Zudem kann man die staatlichen Förderungen verlieren, sofern das Geld zweckfremd verwendet wird.
Die Nachteile eines Bausparvertrages
- Geringe Guthabenzinsen: Ein Bausparvertrag sollte stets für den Erwerb von Wohneigentum verwendet werden, da er sich aufgrund der verhältnismäßig niedrigen Zinsen und den relativ hohen Abschlusskosten nicht wirklich nur zum Sparen oder gar zur Altersvorsorge eignet.
- Hohe Kosten: Bevor das Geld aus dem Bausparvertrag zugeteilt werden kann, muss der Anleger eine Abschlussgebühr an die Bausparkasse entrichten, die in der Regel 1,6 Prozent der gesamten Bausparsumme ausmacht. Hinzu kommen verschiedene Service- und Bearbeitungsgebühren, die den Sparbetrag weiter schmälern.
- Nicht für hohe Summen geeignet: Bauspardarlehen bewegen sich im Normalfall zwischen 20.000 und 100.000 Euro – was für den Erwerb vieler Wohnimmobilien schlicht und einfach nicht ausreicht. Dementsprechend müssen Anleger nicht selten eine weitere und zumeist sehr teure Immobilienfinanzierung abschließen, was erneut hohe Kosten verursacht.
- Mindestguthaben muss zwingend erreicht werden: Bevor der Bausparvertrag zuteilungsreif wird und das Bauspardarlehen ausgezahlt werden kann, muss der Anleger zuerst das Mindestsparguthaben erreicht haben – und es kann bekanntlich einige Zeit dauern, bis diese 40 bis 50 Prozent der Gesamtsumme angespart werden konnten. Zudem kann sich die Zuteilung beispielsweise durch längere Zahlungsausfälle erheblich verzögern. Bietet sich die Chance auf eine günstige Immobilie also früher als gedacht, steht das Darlehen zu diesem Zeitpunkt eventuell noch gar nicht zur Verfügung.




