Wohnen und Einrichten
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Kleine Küchen einrichten: 5 Tipps zu Planung und Gestaltung

Das passende Grundstück ist gefunden, und die Planungen für den Hausbau sind in vollem Gange. Oft stellt gerade die Küchenplanung viele Bauherren vor Herausforderungen. Wie groß darf der Tisch sein, damit alle ausreichend Platz haben? Wohin mit den Küchengeräten und dem Teeservice? Und wohin bloß mit den ganzen Vorräten? sind typische Fragen bei wenig Platz. Darüber hinaus wird hier nicht nur gekocht, sondern auch gegessen, diskutiert, gespielt und vieles mehr. Wenn ein paar Regeln beherzigt werden, kann auch eine kleine Küche zum Herzstück eines Wohnhauses werden.

Für eine optimale Nutzung und die Gewährleistung der Ergonomie des Raums muss das bestehende Platzangebot zunächst genau ausgemessen werden – hier kommt es auf jeden Zentimeter an. Zu diesem Zeitpunkt sollte kann zum Beispiel bereits überlegt werden, ob bestimmte Küchenutensilien, die nur selten gebraucht werden, in anderen Räumen aufbewahrt werden können. Zum Beispiel muss ein Gefrierschrank nicht unbedingt in der Küche seinen Platz finden.

Tipp 1: Farbe und Dekoration

Die farbliche Gestaltung kann einen Raum optisch größer erscheinen lassen als er tatsächlich ist. Das gilt natürlich auch für die Küche. Optische Vergrößerung wird gemeinhin durch helle Farben erreicht. Wer in einer Küche nur wenige Quadratmeter Platz hat, streicht die Wände am besten in einem hellen Farbton. Dadurch wird der Raum optisch erweitert. Das gleiche gilt für die Küchenschränke: Helle Möbel lassen den Raum offener wirken. Am besten eignet sich eine weiße Küchenzeile, die durch verschiedene Elemente aufgewertet wird. Dabei machen Elemente aus Naturholz die kleine Küche gleichzeitig wohnlich. Farbliche Akzente können durch die Dekoration gesetzt werden, aber auch durch die Arbeitsplatte, indem sie einen Kontrast zu den hellen Schränken bildet. Auch Glaseinbauten (zum Beispiel eine Hängevitrine aus Glas) sorgen für mehr Transparenz und Offenheit. Hochglanz-Fronten lassen die Küche ebenfalls optisch größer wirken, weil sich in ihnen der Raum spiegelt. Und auch der Fußboden hat ein Wörtchen mitzureden, wenn es um die optische Erweiterung eines kleinen Raums geht: Breite Dielen oder Schachbrettmuster zum Beispiel eignen sich dabei besonders, um den Raum größer wirken zu lassen.

Mit Deko-Elementen sollte bei der Einrichtung eher sparsam verwendet werden, sonst wirkt der Raum schnell überladen. Wichtig: Die Dekoration sollte farblich aufeinander abgestimmt und kein bunter Mischmasch sein, damit der Raum nicht unruhig wirkt. Farbliche Akzente können auch durch kleine Regale, Vorhänge oder sogar durch die Farbwahl der Elektrogeräte, zum Beispiel beim Kühlschrank oder bei der Kaffeemaschine, gesetzt werden. Durch eine geschickte Verteilung von Licht, zum Beispiel durch LED-Spots oder Unterbauleuchten auf mehreren Ebenen, wirkt der Raum ebenfalls optisch größer.

Tipp 2: Innenaufteilung 

Egal, wie groß oder klein die Küche ist – was als Faustregel gilt, sollte auch beherzigt werden: Mindestens sieben Meter Stellfläche für Mobiliar und Küchenzeile müssen schon sein. Ist der Raum eher schlauchförmig, sollte die Küchenzeile nur an einer Wand stehen. Ansonsten bieten sich eher U-, G- und L-förmige Lösungen an. Zur Grundausstattung gehören folgende Geräte und Aufbauten:

  • Herd mit Backofen
  • Kühlschrank/Kühl-Gefrierkombination
  • Spüle mit Unterschrank
  • Arbeitsfläche plus Unterschrank (90 Zentimeter)
  • Abstellfläche mit Unterschrank (45 Zentimeter)

Hängeschränke in kleinen Küchen sind oft problematisch, weil diese meistens keinen ausreichenden Stauraum bieten. Wenn Hängeschränke angebracht werden, sollten diese etwas versetzt zur Arbeitsfläche installiert werden. Das wirkt großzügiger als kompakte Lösungen, bei denen die Oberschränke über der Arbeitsfläche angeschraubt werden. 
Praktisch sind auch hohe Vorratsschränke, um die komplette Höhe des Raums auszunutzen. Darin lassen sich Vorräte, Elektrokleingeräte und Kleinigkeiten gut verstauen. Gut eignen sich Auszugsschränke, weil damit die Schranktiefe am besten ausgenutzt werden kann. Generell gilt, dass kleine Küchen durch geschlossene Fronten, grifflose Schränke und klare Linien größer wirken. Deshalb sind offene Regale, in denen zum Beispiel Töpfe, Handtücher oder Geschirr aufbewahrt werden, eher problematisch. 

Wer nicht auf den offenen Look verzichten möchte, tut gut daran, sich auf wenige Farben zu beschränken und darin Ordnung zu halten. Gut ist auch, statt einer normalen Zimmertür eine Schiebetür einzuplanen. Auf diese Weise wird zusätzlicher Platz im Raum geschaffen. Schiebetüren aus Glas verleihen der Küche zusätzlich Transparenz. Ein beliebter Trick, um mehr Platz zu generieren, ist eine Übereckspüle, denn durch die Nutzung des Winkels wird zusätzlicher Arbeitsplatz gewonnen. Sogar eine Kochinsel ist möglich, wenn sie mit der Rückseite an die Wand gestellt wird. Meistens ergibt sich links und rechts davon weiterer Stauraum, zum Beispiel für Töpfe und Pfannen. Wenn es die räumlichen Gegebenheiten zulassen, kann die Sitzgelegenheit, zum Beispiel eine Theke, auch direkt an die Kochinsel anschließen.

Tipp 3: Stauraum

Wie schon erwähnt - raumhohe Schränke in kleine Küchen sind echte Platzwunder. Nur ist meistens noch nicht alles darin verstaut, was in einer Küche benötigt wird. Mehr Abstellfläche lässt sich auch durch Eck-, Nischen- und Apothekerschränke erreichen. Besonders Apothekerschränke sind durch ihre Bauart besonders praktisch, weil sie von zwei Seiten genutzt werden können und sehr viel Stauraum bieten, der sich beim Herausziehen des Schrankes übersichtlich präsentiert. Mit Nischenschränken können auch kleinste Ecken des Raums sinnvoll genutzt werden. Andere gute Möglichkeiten, um mehr Stauraum zu gewinnen, sind Karusselllösungen sowie Schwenk- und Drehauszüge bei den Küchenschränken. Damit ragen zum Beispiel Schranktüren nicht in den Raum hinein. Wer den Sockel der Küchenzeile nutzt und dort Schubkästen unterbringt, gewinnt ebenfalls mehr Schrankvolumen für verschiedene Küchenutensilien – zum Beispiel für Gegenstände wie weihnachtliche Plätzchenausstecher, die nicht dauernd genutzt werden.

Platz kann auch durch die Wahl der Möbel eingespart werden: Esstische zum Ausklappen zum Beispiel, klappbare oder ausziehbare Arbeitsflächen oder auch Sitzbänke statt Küchenstühle bieten sich als Lösungen an. Genauso wie Esstische, die mit Schubladen versehen sind – das schafft zum Beispiel Platz für das Essbesteck, für Servietten und viele andere Dinge. Geeignet sind auch schmale Auszüge, in denen Dinge wie Bleche oder Tabletts und andere flache Gegenstände verschwinden können. Diese können beispielsweise in Unterschränke integriert werden.

​​​​​​​Tipp 4: Platz sparende Elektrogeräte

Geräte mit mehreren Funktionen, zum Beispiel ein Backofen mit Dampfgarer oder integrierter Mikrowelle, haben den Vorteil, dass weniger des ohnehin schon eng bemessenen Platzes verloren geht. Raum lässt sich außerdem sparen, wenn auch Elektrogeräte wie zum Beispiel der Geschirrspüler schmaler als normal ausfallen. Spülmaschinen gibt es in geringeren Breiten, genauso wie Kochfelder, die 45 Zentimeter tief sind. Am Markt sind auch komfortable und kompakte Elektrokleingeräte mit deutlich geringeren Abmessungen zu haben. Um das Raumangebot - auch optisch -zu erweitern, kann die Dunstabzugshaube auch an der Decke statt über dem Herd eingebaut werden. Dazu muss die Decke an dieser Stelle etwas abgehängt werden. Auch in den Herd versenkte Abzug-Systeme sparen Platz.

Tipp 5: Organisation ist alles

Bei kleinen Küchen sollte schon zu Beginn der Planungen genau überlegt werden, was in welchen Schränken Platz finden soll. Helfer wie Kochlöffel, Wender, Schneebesen & Co können auch an der Wand aufgehängt werden – oder an die Innenseiten der Küchenschränke. Zu viel sollte es jedoch nicht sein, damit der kleine Raum nicht unruhig wirkt. Für Dinge wie Einkaufszettel, Notizen, Lektüre, Einkaufswagen-Chips sollte ein zentraler Platz geschaffen werden, damit so wenig wie möglich herumliegt. Generell sollte jeder Gegenstand, der in die Küche gehört, einen festen Platz haben. Dafür eignen sich Körbe und andere Behälter, aber auch Pinnwände. Hilfreich ist außerdem, die benötigten Utensilien beim Kochen und Backen schnell zur Hand zu haben und sie deshalb in der Nähe des Herds oder Backofens aufzubewahren. Hier helfen auch Modulwände mit Schienen weiter.

 

Quelle: www.wohnen.de

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